Herkunft

Das Mufflon ist das einzige Wildschaf Europas, welches ursprünglich von Asien kommend, auf Korsika und Sardinien beheimatet war. Seit dem 18. Jahrhundert führten Adelige das Muffelwild - angefangen vom Alpenraum über Italien, Österreich, Ungarn und Tschechien - in weite Teile der europäischen Wildbahn ein. Da sich das Mufflon sehr leicht mit anderen Schafen kreuzt, sind reine Mufflonschafe selten zu finden.

Äußere Merkmale

Das Mufflon zählt zu den Boviden, die ihr Gehörn nicht abwerfen. Die Boviden gehören wiederrum zur Gruppe des Schalenwildes. Es ist ein Kurzhaarschaf, welches sein Fell alljährlich im Sommer wechselt. Die Winterfarbe ist beim Schaf graubraun, beim Widder dunkelbraun mit teils schwarzem Behang am Vorschlag und schwarze Zeichnung am Bauchrand. Der Bauch unterseits des Widders ist jedoch weiß, die Flanken mit einem gut sichtbaren weißen Sattelfleck beidseits des Rumpfes. Die Sommerfarbe ist bei beiden Geschlechtern rotbraun. Das Gewicht der Widder beträgt bis zu ca. 60 Kg und bei den Schafen bis ca. 35 Kg. Das Gehörn des Muffelwidders wird Schnecke genannt und kann eine Länge von über 1 Meter Länge erreichen.

Die Brunft

Die Brunftzeit beginnt zwischen Oktober und November und wird von heftigen Machtkämpfen der großen Widder mit weit hörbarem Zusammenprallen der Häupter eingeleitet. Zunächst positionieren sich beide Widder Kopf vor Kopf, schreiten ca.10 Schritte rückwärts, wie in einem Duell, um dann mit voller Wucht aufeinander zu zulaufen und mit den Schnecken gegeneinander zu krachen. Dieses Schauspiel wiederholen sie solange, bis einer der Kontrahenten die Flucht ergreift. Bei diesen Kämpfen verletzen sich die Widder erstaunlich selten, was wiederum davon zeugt, wie hart ihre Schädel sind. Danach folgt das stunden/tagelange Treiben der weiblichen Schafe bis zur Belegung, jeder Widder versucht sein Glück um seine Gene zu verbreiten, jedoch den größten Teil der brunftigen Schafe belegt der stärkste Widder.

Das Schaf setzt nach einer Tragzeit von ca.150 Tagen ein Lamm, sehr selten auch zwei. Das Lamm kann kurz nach der Geburt bereits laufen und folgt der Mutter bis zum nächsten Setzen. Verwaiste Lämmer werden nicht von anderen Schafen angenommen, sondern werden verstoßen und müssen sofern sie noch rein vom Säugen leben, verhungern.

Verhaltensweisen

Über das Jahr bilden Schafe, Lämmer und junge Widder eine Gruppe, ab 2jährig und ältere Widdern die andere Gruppe. Die Sinnesorgane des Muffelwildes sind besonders gut ausgebildet: Es sieht, hört und riecht hervorragend, wodurch es in der Wildnis sehr wachsam ist. Bei Gefahr stößt es einen Warnlaut in Form eines Pfeifens aus, ansonsten gibt das Mufflon nicht viele Laute von sich, außer führende Schafe und deren Lämmer, die durch meckerndes Blöken miteinander kommunizieren. Da das Mufflon ursprünglich im Gebirge lebte, ist sein Klettervermögen, insbesondere seine Sprungkraft besonders gut ausgebildet, große Tiere können bei Gefahr einen zwei Meter hohen Zaun überspringen. Die Gruppe wird von einem erfahrenen weiblichen Leitschaf geführt, welches bei Ortswechsel vorrangeht. Das Mufflon ist ein Wiederkäuer, tagaktiv wie nachtaktiv und ernährt sich von Gras, Blättern, Knospen, Nadeln und Trieben, wobei bestimmte Weichholzbaumarten bevorzugt werden. Muffelwild ist im Gehege relativ wild und im Gegensatz zu anderen Wildarten sehr aktiv, somit auch sehr interessant. Die Widder kämpfen in regelmäßigen Abständen das ganze Jahr über, bei Tag wie bei Nacht um immer wieder ihre Kräfte zu messen und sich anschließend wieder zu versöhnen.

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